Das Gesunde der Milch:

Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) hat in Kooperation mit dem Max Rubner-Institut (MRI) eine Kurzpublikation erstellt. Der Bericht geht auf wichtige Fragestellungen ein und versucht Mythen auszuräumen. Das Fazit der Literaturübersicht: „Der Verzehr von Milch und Milchprodukten im Rahmen der Verzehrempfehlungen geht nicht mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einher, einzelne Milchinhaltsstoffe werden mit einer schützenden Wirkung bei verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht.“ Hier können Sie die Publikation „Freispruch für die Milch“ herunterladen.

Frische Kuhmilch ist nicht nur ein köstliches Nahrungsmittel, sondern auch ein regelrechter Nährstoff-Cocktail. Sie enthält fast alle Nährstoffe, die wir zum Leben brauchen: Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe wie zum Beispiel Calcium.
Daher empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Rahmen einer vollwertigen Ernährung täglich 2-3 Portionen Milch und Milchprodukte zu verzehren.

Eine Portion entspricht dabei zum Beispiel einem Glas Milch oder einem Becher Joghurt. Diese Menge trägt dazu bei, den täglichen Calciumbedarf zu decken.

In Deutschland verzehren Frauen durchschnittlich 227 g Milch und Milchprodukte, Männer durchschnittlich 248 g pro Tag – dies sind Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie (NVSII).

Was sind die Inhaltsstoffe der Milch?:

Wasser:

Mit ca. 87 % stellt Wasser den Hauptbestandteil der Milch dar. Wasser ist der wichtigste Bestandteil unserer täglichen Ernährung. Im menschlichen Organismus erfüllt Wasser zahlreiche Funktionen zum Beispiel den Transport von Nährstoffen oder den Abtransport von Giftstoffen.

Kohlenhydrate:

Als Kohlenhydrat kommt in der Milch die Laktose, also Milchzucker, vor. Mit durchschnittlich 4,8 % stellt Laktose mengenmäßig den zweithäufigsten Inhaltsstoff der Milch dar. Unserem Körper dient Laktose zum Beispiel als Energielieferant.

Normalerweise kann unser Körper Laktose leicht verdauen. Im Dünndarm wird der Milchzucker enzymatisch in seine beiden Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) gespalten. Diese beiden Bestandteile werden dann von der Darmwand problemlos aufgenommen. Kann der Milchzucker nicht mehr ausreichend verdaut werden, so spricht man von einer Laktose-Intoleranz. Betroffene Personen leiden in der Regel unter Verdauungsproblemen wie Blähungen und Durchfall. Abhilfe schaffen laktosefreie Milch und Milchprodukte. Unter der Marke MinusL (www.minusL.de) stellt OMIRA laktosefreie Produkte her.

Eiweiß:

Milch besitzt einen durchschnittlichen Eiweißgehalt von 3,3 %. Milcheiweiß ist ein biologisch sehr hochwertiges Eiweiß, da es viele lebenswichtige Aminosäuren (Eiweißbausteine) enthält, die wir Menschen zum Aufbau von unserem körpereigenen Eiweiß benötigen.

Manche Menschen leiden unter einer sogenannten Kuhmilcheiweißallergie. Das Immunsystem der betroffenen Personen erkennt das Kuhmilcheiweiß fälschlicherweise als „Feind“ und bekämpft es. Die daraus resultierenden Symptome können sehr vielschichtig und in ihrem Schweregrad unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So können Beschwerden am Verdauungstrakt, Hautreaktionen oder möglicherweise auch ein anaphylaktischer Schock auftreten.

Fette:

Rohmilch enthält im Durchschnitt 4,3 % Fett. In der Molkerei ist es möglich, den Fettgehalt von Konsummilch auf unterschiedliche Werte einzustellen, wie zum Beispiel auf 0,3 % Fett für eine Magermilch oder auf 1,5 % Fett für eine fettarme Milch.

Milchfett gilt als besonders leicht verdaulich. Es liegt fein verteilt in der Milch vor, in Form unzähliger winziger Fettkügelchen. Dadurch kann das Milchfett während der Verdauung schnell und einfach aufgespalten werden. Milchfett besteht aus unterschiedlichen Fettsäuren, die in der Zusammensetzung jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen und insbesondere vom Futter der Kühe abhängen. So erhöht sich im Sommer bei vermehrtem Weidegang und der Fütterung mit Grünfutter beispielsweise der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Das Milchfett bestimmt den Gehalt an den fettlöslichen Vitaminen.

Mineralstoffe und Spurenelemente:

Der wohl bekannteste Mineralstoff der Milch ist das Calcium. In 100 ml Milch sind etwa 120 mg Calcium enthalten. Damit stellen Milch und Milchprodukte für den Menschen eine wichtige Calciumquelle dar. Wie die Nationale Verzehrstudie zeigt, nehmen wir 40 % der täglichen Calciummenge aus Milch und Milchprodukten auf.

Calcium ist für den menschlichen Körper sehr wichtig. Als Baustoff für Knochen und Zähne, trägt es neben Phosphor maßgeblich zu deren Stabilität bei. Darüber hinaus ist Calcium aber auch an lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt, wie zum Beispiel der Blutgerinnung und Muskeltätigkeit.

Aufgrund ihres hohen Calciumgehaltes haben Milch und Milchprodukte eine enorme Bedeutung für das Knochenwachstum von Kindern und Jugendlichen sowie in der Primärprävention von Osteoporose.

Neben Calcium enthält Milch noch viele weitere Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Phosphor, Zink und Jod.

Vitamine:

Milch enthält sowohl fettlösliche als auch wasserlösliche Vitamine. Sie stellt eine wichtige Vitaminquelle für den Menschen dar. Besonders häufig vertreten sind die wasserlöslichen B-Vitamine, sowie das fettlösliche Vitamin A. Erwähnenswert sind insbesondere der Vitamin B2- und Vitamin B12-Gehalt.

Der Vitamingehalt der Milch wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Hier spielen zum Beispiel der Fettgehalt oder das Erhitzungsverfahren eine Rolle. Der Milchfettgehalt hat eine beachtliche Auswirkung auf den Gehalt an fettlöslichen Vitaminen.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Fettgehalt der Milch, desto höher der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen. So sind in der Vollmilch im Vergleich zu der fettarmen Milch doppelt so viele fettlöslichen Vitamine (Vitamin A, D und E) enthalten.

Auch das Erhitzungsverfahren beeinflusst teilweise den Gehalt an Vitaminen. So können bei Pasteurisierung geringe Verluste (ca. 10%) der B-Vitamine auftreten, bei der Ultrahocherhitzung bis zu etwa 20%.

Am 1. Juni feiern wir die Milch

Milch ist gesund und das muss gewürdigt werden. Am ersten Juni feiern daher nicht nur wir in Deutschland sondern auch über 30 weitere Länder den „Internationalen Tag der Milch“. Bereits 1957 wurde dieser Tag von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) ins Leben gerufen, um die Bedeutung des weißen Nährstoffcocktails für eine ausgewogene Ernährung hervorzuheben.