Der Weg der Milch

In Deutschland zählen Milch und Milchprodukte zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Die hohen Qualitätsstandards basieren sowohl auf gesetzlichen Bestimmungen als auch auf freiwilligen Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Erzeugung

Die Qualitätsmaßnahmen beginnen auf dem Bauernhof, dem ersten Glied in der gesamten Produktionskette von Milch und Milchprodukten. Ein sauberer Stall, gesunde Kühe und die Hygiene der Melker haben auf dem Bauernhof oberste Priorität. Denn nur so kann eine Milch von bester Qualität erzeugt werden.

Kühe werden in der Regel zweimal täglich gemolken. Die Rohmilch wird direkt über Rohrleitungen in einen Kühltank auf dem Bauernhof befördert und solange gelagert, bis sie vom Milchsammelwagen abgeholt wird.

Der Milchsammelwagen

Der Milchsammelwagen holt die Rohmilch regelmäßig auf den Bauernhöfen ab und bringt sie zur Molkerei.

Die Milch wird direkt aus dem Tank des Bauernhofs in den Milchsammelwagen gepumpt. Bei diesem Vorgang werden automatisch Milchproben gezogen, die in einem unabhängigen Labor untersucht werden. Diese Kontrollstellen prüfen die Rohmilch auf den Eiweiß- und Fettgehalt, Keimzahl, Hemmstoffe und Zellgehalt. Eine hohe Milchqualität zeichnet sich durch hohe Eiweiß- und Fettgehalte sowie niedrige Keim- und Zellzahlen aus.

In der Molkerei

Hygiene, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement stehen in der Molkerei an oberster Stelle. Sie sind das A und O eines jeden Molkereibetriebs. Von der Rohmilch bis zum fertigen Endprodukt werden laufend Messungen und Kontrollen durchgeführt.

Neben den gesetzlichen Vorschriften zur Qualitätssicherung verfügen viele Molkereien zusätzlich über freiwillige Qualitätssicherungssysteme, um eine höchstmögliche Sicherheit der Produkte zu gewährleisten. Dazu zählen zum Beispiel Zertifizierungen nach dem europäischen Normensystem zur Qualitätssicherung (DIN EN ISO) oder nach dem International Featured Standards (IFS).

Bei jeder Anlieferung in der Molkerei wird die Rohmilch zunächst auf Hemmstoffe überprüft. Erst wenn dieser Nachweis negativ ausfällt, d.h. keine Hemmstoffe nachgewiesen werden, wird die Milch weiterverarbeitet.

Nach der zentralen Erhitzung und Reinigung erfolgt die Weiterverarbeitung zu Trinkmilch, Joghurt, Butter, Sahne oder Quark. Jeder Arbeitsschritt während des gesamten Herstellungsprozesses wird überwacht und zum Beispiel auf Verunreinigungen oder Rückstände überprüft.

Auf dem Weg in den Supermarkt
und im Supermarkt

Damit die Milchprodukte auf dem Weg in den Supermarkt frisch und haltbar bleiben, wird strengstens auf eine durchgängige Kühlkette geachtet: diese darf zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden.

Im Supermarkt überprüfen die Mitarbeiter regelmäßig die Temperatur der Kühltheken und achten z.B. auch auf die ordnungsgemäße Verpackung und das Mindesthaltbarkeitsdatum der Produkte.

Auch von behördlicher Seite werden Stichproben von Milchprodukten aus den Supermärkten untersucht, um die Qualität zu überprüfen und sicherzustellen.

Zuhause

Um die hohe Qualität der Milchprodukte zu erhalten, müssen sie kühl und lichtgeschützt transportiert und gelagert werden.

Ein paar Tipps für den richtigen Umgang mit Milchprodukten:

  • Frische Milch ist wärmeempfindlich. Bei höheren Temperaturen vermehren sich Bakterien besonders gut und können so die Milchprodukte verderben. Daher gehören frische Milch und alle frischen Milchprodukte sowie angebrochene H-Milchpackungen sofort in den Kühlschrank und sollten auch rasch verzehrt werden.

  • Milch ist luftempfindlich. Milchsäurebakterien, die auch in der Umgebungsluft enthalten sind, können sich auf der Milch ansiedeln. Daher sollte die Milch immer verschlossen gelagert werden.

  • Milch ist lichtempfindlich. Durch die Lichteinwirkung sinkt der Vitamingehalt, zudem können Geschmacksveränderungen auftreten – dies wird auch als „Lichtgeschmack“ bezeichnet. Daher sollte Milch immer dunkel und geschlossen gelagert werden.

  • Milch nimmt leicht Fremdgerüche an. Daher die Milch immer geschlossen und nicht neben stark riechenden Lebensmitten lagern.